Die Dada Tux erwartet uns Anfang September wohlbehalten am Steg. Alles Gepäck wird verstaut; wir sind noch immer frohen Mutes, dass wir bald auswassern können, die Arbeiten des Antifoulings, des Propellerservices und der Wechsel der Anoden eine Kleinigkeit ist. Beim Nachfragen erfahren und sehen wir, dass das Holzboot, welches ursprünglich für 10 Tage an Land wollte, nun nach über 3 Monaten immer noch nicht Wasser tauglich ist. Mindestens mit Mitte Oktober müssen wir rechnen, so wird uns gesagt.
Kurz entschlossen entscheiden wir per Flugzeug und Bus die Atacamawüste und einige andere «berühmte» Orte dieser Region zu besuchen. Hansueli bucht im voraus Busse und Hotels, so dass wir «ruhiger» los können (vor allem ich). Von Valdivia fliegen wir einige Tage später nach Antofagasta, einer der wichtigen Kupfer- und Silberminenstädte, gegründet 1868. Salpeterreichtum war in grossen Mengen vorhanden und wurde von ungefähr 1872 bis Ende des ersten Weltkrieges abgebaut. Die Stadt gehörte einst zu Bolivien, fiel jedoch nach dem Salpeterkrieg an Chile. Noch heute wickelt Bolivien einen Teil seines Seehandels in Antofagasta ab. Die erste Eisenbahnstrecke (1876) in die Wüste wurde gebaut unter englischer Federführung. Überbleibsel dieser Zeit, sind z.B. die alten Bahnhof- und Zollgebäude. Es gibt einen «Torre de Reloj» (Big Ben), eine Casa Gibbs in Mitten zweier Hauptstrassen. In Wandmalereien wird das Leben um 1900 originell dargestellt. Das Museo de Antofagasta «erzählt» anschaulich die vielseitige Geschichte dieses Ortes.
